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Gartensaison 2026 – neue Sorten, bewährte Sämereien und sinnvolle Innovationen im Kleingarten

  • Autorenbild: Redaktion Gartenzeitung
    Redaktion Gartenzeitung
  • 16. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit


Verlässliches Saatgut als Grundlage für den Gartenerfolg

Die Gartensaison 2026 steht erneut unter dem Eindruck veränderter klimatischer Bedingungen. Längere Trockenphasen, Hitzeperioden und zugleich feuchte Sommerabschnitte erfordern im Kleingarten eine besonders sorgfältige Sortenwahl. Zunehmend setzen sich deshalb Sämereien durch, die ihre Züchtungsarbeit gezielt auf Robustheit und Freilandtauglichkeit ausrichten.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Bingenheimer Saatgut AG. Für 2026 bietet sie unter anderem die samenfesten Tomatensorten Rondobella und Resibella an, die speziell für den Freilandanbau entwickelt wurden. Diese Sorten zeigen eine deutlich erhöhte Toleranz gegenüber Kraut- und Braunfäule und liefern auch ohne Gewächshaus stabile Erträge. Ergänzt wird das Sortiment durch schossfeste Salate und robuste Buschbohnen, die sich gut für den klassischen Kleingarten eignen.


Ebenfalls bewährt hat sich die Dreschflegel Saatgut e. V.. Diese Sämerei arbeitet seit Jahren mit Erhaltungszüchtung und bietet für 2026 zahlreiche samenfeste Sorten wie den Salat Cerbiatta oder die Buschbohne Saxa an. Diese Sorten sind besonders für Gartenfreunde interessant, die langfristig eigenes Saatgut gewinnen möchten und Wert auf Anpassungsfähigkeit statt maximale Uniformität legen.


Ergänzend dazu führt die ReinSaat GmbH für die Saison 2026 Sorten, die gezielt auf Hitze- und Trockenstress selektiert wurden. Dazu zählen unter anderem hitzetolerante Salate wie Grazer Krauthäuptel oder robuste Tomatensorten für den Sommeranbau. Diese ökologische Züchtung verbindet moderne Methoden mit dem Anspruch, auch unter schwierigen Bedingungen verlässlich zu bleiben.



Hybridsorten gezielt und bewusst einsetzen

Neben samenfestem Saatgut haben auch Hybridsorten weiterhin ihren festen Platz im Kleingarten. Anbieter wie die Sativa Rheinau AG führen für 2026 leistungsfähige F1-Sorten wie die Tomate Philovita F1 oder die Snackgurke Picolino F1. Diese Sorten zeichnen sich durch besonders hohe Krankheitsresistenzen und gleichmäßige Erträge aus. Sie sind vor allem dort sinnvoll, wo erfahrungsgemäß hoher Krankheitsdruck herrscht oder der Pflegeaufwand möglichst gering gehalten werden soll. Zu beachten ist jedoch, dass diese Sorten nicht samenfest sind und sich nicht zur eigenen Saatgutvermehrung eignen.



Blühmischungen aus Sämereien – funktional statt dekorativ

Auch bei Blühflächen zeigt sich 2026 ein deutlicher Wandel. Statt pauschaler „Bienenweiden“ kommen zunehmend regionale Saatgutmischungen zum Einsatz, die einen echten ökologischen Nutzen haben. Die Rieger-Hofmann GmbH bietet sogenanntes Regiosaatgut an, das ausschließlich heimische Wildpflanzenarten enthält. Typische Bestandteile sind Wiesen-Salbei, Margerite, Wilde Möhre oder Kornblume. Diese Pflanzen werden von heimischen Wildbienen tatsächlich genutzt und tragen zur besseren Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen im Kleingarten bei. Voraussetzung für den Erfolg ist ein nährstoffarmer Boden und eine zurückhaltende Pflege.



Torffreie Erden und moderne Substrate

Parallel zum Saatgut hat sich auch der Bereich der Erden deutlich weiterentwickelt. Für die Saison 2026 gelten torffreie Substrate nicht mehr als Kompromiss, sondern als Standard. Hersteller wie Floragard und Neudorff bieten torffreie Gemüse- und Blumenerden an, die auf Holzfaser, Rindenhumus und Qualitätskompost basieren. Diese Substrate speichern Wasser gut, bleiben strukturstabil und fördern ein gesundes Wurzelwachstum. Im Kleingarten ist lediglich zu beachten, dass torffreie Erden in der Anfangsphase etwas gleichmäßiger gegossen werden müssen, bis die Pflanzen gut eingewurzelt sind.



Gartengeräte 2026 – leiser, ergonomischer und effizienter

Auch bei den Gartengeräten sind für 2026 deutliche Entwicklungen erkennbar. Akkubetriebene Geräte ersetzen zunehmend benzinbetriebene Technik. Hersteller wie Stihl und Gardena setzen auf leistungsfähige Akkusysteme, die mehrere Geräte versorgen können. Für den Kleingarten bedeutet das weniger Lärm, keine Abgase und eine bessere Einhaltung der Ruhezeiten.

Gleichzeitig gewinnen ergonomische Handwerkzeuge an Bedeutung. Spaten, Hacken und Grabgabeln mit optimierter Form, etwa von Fiskars, reduzieren den Kraftaufwand und entlasten Rücken und Gelenke – ein spürbarer Vorteil bei längeren Arbeitseinsätzen.



Wassersparen durch gezielte Technik

Ein zentrales Thema der Gartensaison 2026 bleibt der effiziente Umgang mit Wasser. Tropfbewässerungssysteme und einfache Bewässerungssteuerungen ermöglichen eine gezielte Versorgung direkt im Wurzelbereich. Systeme aus dem Gardena-Micro-Drip-Bereich reduzieren Verdunstungsverluste deutlich und helfen, auch bei eingeschränkter Wassernutzung stabile Erträge zu sichern. Wichtig bleibt jedoch die regelmäßige Kontrolle, da auch automatisierte Technik Pflege benötigt.



Ausblick auf die Gartensaison 2026

Die Gartensaison 2026 ist weniger von spektakulären Neuerfindungen geprägt als von einer konsequenten Weiterentwicklung bewährter Konzepte. Robustes Saatgut aus verlässlichen Sämereien, funktionale Blühmischungen, torffreie Substrate und leise, effiziente Gartengeräte helfen dabei, den Kleingarten an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Wer diese Entwicklungen nutzt, erleichtert sich die Arbeit und stärkt zugleich die ökologische und soziale Stabilität der gesamten Anlage.


Euer Fachberater Henry


Quellen und weiterführende Informationen (Stand: Saison 2026)

Saatgut, Sortenentwicklung und Sämereien

Bingenheimer Saatgut AG

Offizielle Sortenbeschreibungen, Neuheitenkataloge 2025/2026, Züchtung für den ökologischen Anbau


Dreschflegel Saatgut e. V.

Erhaltungszüchtung, samenfeste Sorten, Sortenporträts und Anbauhinweise


ReinSaat GmbH (Österreich)

Ökologische Züchtung, hitze- und trockenheitstolerante Sorten, Sortenbeschreibungen 2026


Sativa Rheinau AG (Schweiz)

Bio-Saatgut, Hybridsorten und samenfeste Sorten, Züchtung für robuste Pflanzen


Blühmischungen und regionales Wildpflanzensaatgut

Rieger-Hofmann GmbH

Regiosaatgut, gebietsheimische Wildpflanzenmischungen, Einsatzempfehlungen für Gärten und Anlagen


Syringa – Institut für Naturschutz und Landschaftspflege

Informationen zu heimischen Wildpflanzen, Saatgut und naturnaher Begrünung


Bundesamt für Naturschutz (BfN)Fachinformationen zu gebietsheimischem Saatgut und Insektenförderung


Erden, Substrate und Bodenpflege

Floragard Vertriebs-GmbH

Torffreie Substrate, Produktinformationen und Anwendungshinweisehttps://www.floragard.de


W. Neudorff GmbH KG

Torffreie Erden, Bodenhilfsstoffe, nachhaltige Gartenproduktehttps://www.neudorff.de


Umweltbundesamt (UBA)

Fachinformationen zu Torfreduktion, Bodenschutz und nachhaltiger Gartennutzung


Gartengeräte und technische Entwicklungen

Stihl AG & Co. KG

Akkutechnik im Garten, Produktinformationen und technische Entwicklungen


Gardena GmbH

Bewässerungssysteme, Akkugeräte, Gartenpflegekonzepte


Fiskars Group

Ergonomische Handwerkzeuge, Produktentwicklung und Arbeitsergonomie


Einordnung Kleingartenwesen

Bundeskleingartengesetz (BKleingG)

Rechtliche Grundlagen der kleingärtnerischen Nutzung

Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG)

Fachinformationen, Stellungnahmen, Empfehlungen für Kleingartenanlagen


Redaktioneller Hinweis

Die genannten Sorten, Produkte und Hersteller dienen der fachlichen Einordnung und Beispielnennung.Es besteht keine Bindung an bestimmte Anbieter. Maßgeblich sind Eignung für den Kleingarten, rechtliche Vorgaben und örtliche Rahmenbedingungen.

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