Schnee im Garten – was jetzt wirklich wichtig ist
- Redaktion Gartenzeitung

- 12. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Der Winter hat uns mal wieder gezeigt, dass er es noch kann: Schnee, Eis, klamme Finger und Gärten, die plötzlich ganz anders aussehen als noch im Herbst. Für viele ist Schnee erst mal schön – alles weiß, ruhig, fast idyllisch. Für den Garten gilt aber wie so oft: Schön ist gut, hinschauen ist besser.
Keine Sorge: Du musst jetzt nicht panisch durch den Garten rennen. Aber ein paar Dinge solltest du wissen – und ein paar andere besser lassen.
Schnee ist nicht nur schlecht – manchmal sogar hilfreich
Fangen wir mit der guten Nachricht an: Eine geschlossene Schneedecke wirkt wie eine dicke Winterjacke für den Boden. Sie schützt Pflanzen, Stauden und Wurzeln vor starkem Frost. Gerade Rosen, Erdbeeren oder Stauden danken es dir, wenn der Schnee erst mal liegen bleiben darf.
Merke: Nicht jeder Schnee muss weg. Schnee auf Beeten oder dem Rasen darf in Ruhe liegen bleiben – da hilft er sogar.
Wenn Schnee gefährlich wird: Äste, Sträucher & Lauben
Problematisch wird es, wenn der Schnee schwer und nass ist. Dann wird er zur Belastung für:
Sträucher
Obstgehölze
Hecken
Dünne Äste
Was du tun solltest:
Wenn du siehst, dass Zweige stark durchhängen, nimm einen Besen oder eine Stange und feg den Schnee vorsichtig von unten nach oben ab. Bitte nicht ruckartig reißen oder draufschlagen – das bricht mehr, als es hilft.
Was du lassen solltest:
Eisfeste, steinharte Schneeklumpen von gefrorenen Ästen schlagen. Da ist Abwarten oft besser – Sonne und Tauwetter erledigen das schonender.
Wege, Stolperfallen & das leidige Thema Glätte
Auch im Garten gilt: Ausgerutscht ist schnell. Besonders gefährlich sind Hauptwege, Zugänge zur Laube und Gemeinschaftsflächen.
Schnee räumen? Ja. Salz streuen? Nein. Salz schadet Boden, Pflanzen und letztlich auch dem Garten. Bessere Alternativen für sicheren Halt sind:
⏳ Sand
🪨 Splitt
💎 Feiner Kies
Rasen & Beete: Bitte nicht trampeln
So verlockend es ist, Abkürzungen durch den Schnee zu nehmen: Gefrorener Rasen mag keine Füße. Durch das Betreten:
Wird der Boden verdichtet.
Können Grasnarbe und Wurzeln geschädigt werden.
Entstehen im Frühjahr kahle Stellen.
➡️ Bleib möglichst auf den Wegen. Dein Rasen dankt es dir im Frühling.
Topfpflanzen & empfindliche Kandidaten
Manche Pflanzen sind echte Frosthelden, andere eher Warmduscher.
Topfpflanzen sollten windgeschützt stehen, möglichst nicht direkt auf dem kalten Boden und bei starkem Frost eingeräumt werden.
Empfindliche Stauden kannst du mit etwas Reisig, Laub oder lockerem Vlies zusätzlich schützen – aber bitte nicht luftdicht einpacken.
Nach dem Schnee: Der Kontrollgang
Wenn der Schnee weg ist, lohnt sich ein kleiner Rundgang:
Hängt etwas schief?
Ist ein Ast abgebrochen?
Hat der Frost Pflanzen „hochgedrückt“?
Kleinere Schäden jetzt zu beheben, verhindert größere Probleme im Frühjahr.
Kurz gesagt – Die wichtigsten Tipps auf einen Blick
✅ Schnee auf Beeten darf liegen bleiben.
✅ Schneelast von Sträuchern vorsichtig entfernen.
✅ Wege sichern – aber ohne Salz!
✅ Rasen nicht betreten, um Schäden zu vermeiden.
✅ Topfpflanzen gezielt schützen.
✅ Nach dem Tauwetter alles kurz kontrollieren.
Fazit vom Fachberater
Schnee ist kein Feind des Gartens – falsches Verhalten schon eher. Mit ein bisschen Umsicht, Ruhe und gesundem Menschenverstand kommt dein Garten gut durch den Winter. Und denk dran: Alles, was jetzt geschützt wird, startet im Frühjahr umso besser durch.
Bleib standfest – auf den Wegen und im Garten! 😉
Dein Fachberater Henry




