Rückblick nutzen – und das neue Gartenjahr vorbereiten
- Redaktion Gartenzeitung

- 13. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Der Garten ruht, doch das Gartenjahr ist innerlich längst nicht beendet. Mitte Januar ist ein guter Zeitpunkt, um zwei Dinge miteinander zu verbinden: den ehrlichen Rückblick auf die vergangene Saison und die leise Vorbereitung auf das, was bald beginnt.

Was der Garten uns gezeigt hat
Jedes Gartenjahr hinterlässt Hinweise. Manche offensichtlich, andere erst im Nachdenken.
Welche Kulturen kamen mit Trockenheit oder wechselhaftem Wetter gut zurecht?
Wo war der Ertrag stabil, wo enttäuschend?
Welche Arbeiten haben sich bewährt – und welche eher nicht?
Jetzt, mit Abstand, lassen sich diese Fragen nüchtern beantworten. Ein kurzer Rückblick reicht oft aus, um klare Schlüsse zu ziehen. Wer sich ein paar Stichpunkte notiert, erspart sich im Frühjahr viele unnötige Experimente.
Praxis-Tipp: Nicht nur Erfolge festhalten, sondern auch das, was nicht funktioniert hat. Gerade diese Notizen sind im nächsten Jahr besonders wertvoll.
Weniger vornehmen, gezielter starten
Ein häufiger Fehler entsteht nicht im Beet, sondern im Kopf: zu viel auf einmal. Der Rückblick zeigt meist sehr deutlich, welche Kulturen zuverlässig waren und wo es Probleme gab.

Lifehack aus der Praxis: Für das neue Jahr maximal zwei Neuerungen einplanen (neue Sorte, neues Beet, neue Methode). Alles andere bewusst bewährt lassen.
Jetzt schon denken an: die Anzucht
Auch wenn draußen noch Winter ist – die Anzucht beginnt gedanklich jetzt. Wer Mitte Januar vorbereitet ist, startet entspannter und spart oft Geld.
Einkaufsliste für die Anzucht (rechtzeitig besorgen)
Saatgut (bewährte Sorten + ggf. 1–2 neue)
Anzuchterde (fein, nährstoffarm)
Töpfe oder Multitopfplatten
Untersetzer oder flache Schalen
Etiketten oder Holzstäbchen zum Beschriften
Bleistift (wasserfest schreiben)
ggf. durchsichtige Abdeckung oder Haube
sauberes, helles Fensterbrett oder Stellplatz
Lifehack: Alte Joghurtbecher funktionieren gut – wichtig ist nur ein Abzugsloch im Boden.
Noch mitdenken: Licht, Platz, Geduld
Viele Anzuchtprobleme entstehen nicht durch falsches Saatgut, sondern durch:
zu wenig Licht
zu hohe Temperaturen
zu frühes Aussäen
Jetzt ist der richtige Moment, den Platz realistisch einzuschätzen: Wo können später Jungpflanzen stehen? Wie viel Raum ist tatsächlich vorhanden?
Fazit aus der Fachberatung
Der Garten beginnt nicht mit dem Spaten, sondern mit dem Nachdenken. Der Januar ist kein Leerlauf, sondern eine ruhige Phase der Vorbereitung. Wer jetzt reflektiert und sortiert, startet im Frühjahr nicht hektisch, sondern mit Plan und Gelassenheit.
Euer Fachberater Henry




